Casale del Giglio
Casale del Giglio liegt in Le Ferriere im Latium südlich von Rom und steht für pionierhaften Weinbau jenseits klassischer Rebsortengrenzen. Auf vulkanischen Böden entstehen internationale und autochthone Weine, unterstützt von moderner Kellertechnik und Forschung. Vielfalt, Innovationsgeist und hohe Qualität verschaffen dem Weingut internationale Anerkennung.
Casale del Giglio
Cesanese Lazio Rosso IGT 2023
Reinsortiger Cesanese Lazio Rosso IGT des absolut erkundenswerten Weinguts Casale del Giglio. Ein äußerst aufwendiges Vinifizierungsverfahren ermöglicht die optimale Extrahierung von Farbe, Aromen und Mineralien. Der Rotwein überzeugt schon in der Nase mit einem schönen Mix aus Frucht und Würze. Am Gaumen ein weiches Mundgefühl mit anhaltenden Tanninen. Schließlich leitet die feine Würze ein langes Finale ein. Viel Frucht und römische Lebensart im Glas!
Inhalt: 0.75 l (13.20 € / l)
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Wissenswertes über den Cesanese
Das Etikett des Cesanese zeigt eine antike Weinamphore. Diese wurde in einem antiken Grab mitten im Weinberg von Casale del Giglio bei Frosinone gefunden. Und ist eine hommage an das Alter der Rebsorte Cesanese, die hier von den Römern wahrscheinlich schon vor Christi Geburt angebaut wurde. Die rote Rebsorte Cesanese ist nur in den höher gelegenen Weinbergen um Rom und in der Region Latium beheimatet. Ihren Namen verdankt sie vermutlich der Gemeinde Cesano südlich von Rom. Sie liebt das Terroir hier mit den vulkanischen Böden und dessen hohen Kalkgehalt. Die Bandbreite der Aromen reicht je nach Jahrgang von Rosen- und Erdtönen bis hin zu Zimt, Kirschen und Waldbeeren. Aufgrund der Anfälligkeit der Reben gegen Krankheiten nimmt der Rebbestand von Cesanese kontinuierlich ab.
Wir empfehlen
Serviertemperatur: Servieren Sie den Rotwein bei 18-20°C.
Lagerung: Der Cesanese Lazio Rosso IGT kann noch 4-6 Jahre nach der Weinlese reifen.
Serviervorschlag
Der Cesanese Lazio Rosso IGT passt ausgezeichnet zu deftigen Fleisch- und Nudelgerichten. Der Rotwein bereichert auch Wildgerichte oder gereifte Käsesorten.
So entsteht der Cesanese
Anbau & Boden
Anbaugebiet: Latium
Anbau: konventionell
Boden: Vulkanische Böden, reich an Kalium, Phosphor und Spurenelementen.
Herstellungsverfahren
Lese der Cesanese Trauben erst Ende Oktober bei optimalem Reifegrad. Zunächst spontane Gärung bei 18-20° für ca. 20 Tage. Zusätzlich weitere 10-12 Tage Mazeration auf den Schalen. Hier sollen die letzten Farbstoffe, Aromen, Tannine und Mineralstoffe extrahiert werden, von denen besonders viel in den Traubenschalen und in den Kernen stecken. Danach klassische Rotwein-Vinifikation mit mehrmaligem Umwälzen des Tresterhutes, um einen höheren Gerbstoffanteil und höhere Extraktwerte zu erreichen. Die Gärung dauert 10-12 Tage bei 26-28°C. Besonders zu Beginn der Gärung erfolgt durch häufiges ein Aufbrechen des Tresterhutes. Aufmerksames Abziehen des Jungweines, bei dem die Traubenschalen nicht gepumpt, sondern allein durch die Schwerkraft bewegt werden. Die malolaktische Gärung findet dann in Edelstahltanks statt. Danach reift der Rotwein 8–12 Monate in kleinen Eichenholzfässern und ruht bis zu 6 Monaten in der Flasche.
Traubensorte
Cesanese 100%.
So schmeckt der Cesanese
Farbe
Intensvives Rubinrot.
Bukett
Vollmundig und würzig. Mit intensiven Anklängen an Kirsche und Waldfrüchte begleitet von würzigen Akzenten wie Pfeffer und Veilchen.
Geschmack
Weich, vollmundig und fruchtig mit einer komplexen und angenehmen Tanninstruktur und ausgeprägter Säure.
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Das Weingut: Casale del Giglio
Die gesamte Weinwelt in einem Weingut: Viognier, Syrah, Shiraz, Petit Manseng, Petit Verdot, Tempranillo… Man könnte meinen, sich im Rhônetal oder im Südwesten Frankreichs, in Bordeaux, in Spanien oder sich gar in Australien aufzuhalten. Aber wir befinden uns tatsächlich in Italien. Genauer gesagt bei Casale del Giglio in Le Ferriere in Latium, etwa 50 km südlich von Rom.
Es war ein Wagnis, hier in einem ehemaligen Sumpfgebiet, einem Weinbau-Neuland, die allgemein gültige Theorie von autochtonen Rebsorten in Frage zu stellen. Es war ein Wagnis, Anbau-Praktiken aus Bordeaux, Australien und Kalifornien einzusetzen. Und es war ein Wagnis, weg vom Mainstream durch begrenzte Erträge und beste Kellertechnik auf hochwertige Qualitätsweine zu setzen.
Der Pioniergeist hat sich ausgezahlt. Die Rebsortenprojekte unter Mitwirkung des Önologen Paolo Tiefenthaler und engagierter Wissenschaftler brachten auf den vulkanischen Böden in bis zu 400m Höhe beste Ergebnisse.
Bei den Weißweinen umfasst das Sortiment auch autochthone Rebsorten. Faro della Guardio IGT, auf Ponza kultivierter Biancolella und der hochprämierte Antium Bellone Lazio IGT. Darüber hinaus beweist die Kellerei, dass Sauvignon und Chardonnay nicht nur in Norditalien, sondern auch als Lazio IGT erfolgreich ausgebaut werden können. Auch die Cuvée Satrico IGT mit kleinem Anteil Trebbiano Giallo begeistert Weinkritiker regelmäßig. Die seltenen Rebsorten Petit Manseng und Viognier vervollständigen das Protfolio und gelten bis heute als Exoten im Weinbau des Latium.
Die Rotweine von Casale del Giglio verbindet die äußerst aufwendige Arbeit im Keller. Das gilt für den autochthonen Cesanese genauso wie für die internationalen Sorten Merlot, Shiraz (Syrah), Petit Verdot, Cabernet Sauvignon und den spanischen Tempranillo. Eine Sonderstellung nimmt der Rosso Mater Matutata ein, der einer antiken Göttin gewidmet ist. Noch heute kann man Überreste ihres Tempels in der Nähe von Le Ferriere, dem Sitz des Unternehmens bewundern.
Nicht von ungefähr tauchen praktisch alle Weine der Kellerei regelmäßig in den Hitlisten aller führenden Weinkritiker auf. Die Vielfalt der Etiketten und deren ausgeprägte Buketts sind ein wahres Schlaraffenland für eingefleischte Weinfans und solche, die es werden wollen. Zumal mit diesem interessanten Preis-Leistungs-Verhältnis!
Im März 1914 gründen die Brüder Santarelli in der Gemeinde Amatrice die Firma ;Ditta Bernardino Santarelli & Figli. Namensgeber war Vater Bernardino, der immer schon mit Wein gehandelt hatte. In den Folgejahren ziehen die Brüder nach Rom und eröffnen auf der Piazza Capranica das erste Geschäft Vini ed Olii. Der Verkauf von Weinen und Ölen blüht und bald besitzen die Geschwister 12 Geschäfte über ganz Rom verstreut.
Erst 1955 aber gründet Dino Santarelli, einer der Enkel von Bernardino, in Rom eine Firma, die sich der Abfüllung der klassischen Weinsorten Latiums widmet. Die Weine werden hauptsächlich in Rom verkauft, aber auch ins Ausland exportiert, vor allem nach Kanada.
Es war auch Dino Santarelli, der 1967 selbst in die Weinproduktion einstieg und Casale del Giglio in Le Ferriere gründete. Der Name Haus der Lilie nimmt Bezug auf die Vegetation im Agro Pontino. Dino erkennt das Potenzial dieses ehemaligen Sumpfgebiets in der Provinz Latina südlich von Rom. Der unberührte, fruchtbare Landstrich ohne weinbauliche Vergangenheit eignete sich ganz besonders dazu, Neues im Rahmen des Machbaren zu versuchen.
Gemeinsam mit seinem Sohn Antonio wurde 1985 das Forschungs- und Entwicklungsprojekt Casale del Giglio ins Leben gerufen. Unterstützt von namhaften Professoren und Forschern des Latium und unter Mitarbeit des genialen Önologen Paolo Tiefenthaler wurden 60 verschiedene Rebsorten im Agro Pontino angepflanzt. Mit dem Ergebnis, dass nicht nur der autochthone Cesanese, sondern auch internationale Reben wie Chardonnay, Sauvignon Blanc, Cabernet Sauvignon und Petit Verdot hier höchst interessante Weine liefern können.
Der große Pioniergeist machte sich bezahlt. Santarelli beschritt neue Wege, weg von den unspektakulären Weinen der Region Latium und hin zu Rot- und Weißweinen mit Charakter. In kürzester Zeit eroberte die Kellerei den Weinmarkt in Rom und Umgebung und machte sich auch einen Namen auf nationaler und internationaler Ebene.
So konnte die Familie Santarelli 2014 voller Stolz auf das 100-jährige Jubiläum in der Weinwelt Latiums zurückblicken. Die Läden in Rom wurden übrigens im Laufe der Zeit alle verkauft; nur der Laden auf der Piazza Capranica wird 1991 in ein Restaurant umgewandelt. Er ist noch heute in Familienbesitz.