Der Fiano Sannio Janare DOP von der Kellerei La Guardiense zeigt schon im Glas die typische Fiano- Farbe. Intensive Aromen von weißfleischigen Früchten werden begleitet von zarten Blumennoten und mineralischen Nuancen. Am Gaumen eine bemerkenswerte Frische und eine gute Struktur, die von einer harmonischen Säure getragen wird. Schöner Essensbegleiter mit langanhaltendem Abgang, den die leichte Mandelnote noch interessanter macht.
Anbaugebiet: Kampanien
Boden: Verschiedene Terroirs der Region Sannio mit vulkanischen Böden aus Ignimbrit, Flussterrassen und Mergelhügeln.
Ernte der Fiano Trauben von Ende August bis Mitte September. Weißweinbereitung unter Ausschluss von Sauerstoff. Kurze Kryomazeration bei einer Temperatur von 10°C. Gärung im Stahltank bei 13–15 °C für circa 20 Tage. Kein biologischer Säureabbau. Der Weißwein reift kurze Zeit in der Flasche.
Auf den Etiketten der Weinlinie Alphabeto stehen die Anfangsbuchstaben der Rebsorte in osko-samnitischer Schrift. Diese entstand etwa im 5.Jahrhundert und war in Kampanien parallel zur lateinischen Schrift verbreitet. Alte Funde bezeugen ihre Schreibrichtung von rechts nach links und ihre Verbreitung. Und bildliche Darstellungen bestätigen die enge Beziehung der Samniten zur Natur.
Die etymologische Herkunft der Rebsorte Fiano ist umstritten. Es wird vermutet, dass sie identisch ist mit der "Vitis apiana", deren Namen wiederum auf die Bienen (lat.apis) zurückzuführen ist, auf die der Fiano angeblich eine magische Anziehungskraft ausübt. Andere Hypothesen leiten den Namen aus einer Vielzahl von Äpfeln (Appiana) oder einem alten Namen des Peloponnes ab. Wahrscheinlich wurde die Rebsorte Fiano in Italien schon in der Antike angebaut. Sie geriet lange in Vergessenheit und erlebte erst in den 1990er Jahren eine Renaissance. Seither erfreut sich der Fiano wachsender Beliebtheit. Hier im Sannio treffen die Reben auf vulkanische Böden, heiße Sommer und wenig Niederschläge, aber große Temperaturspannen zwischen Tag und Nacht. So können die Fiano-Trauben voll ausreifen mit viel Farbe, deutlich mehr Zucker und intensivem Aroma.
Die besten Weine der Genossenschaftskellerei werden unter dem Label Janare vermarktet. Dieser Begriff lässt sich auf die Dianare, die Anhänger von Diana zurückführen. Sie gilt als Göttin des Mondes und nächtlicher Zaubersprüche, aber auch als Beschützerin der Natur und Landwirtschaft. Über die Janare und ihr mystisches nächtliches Treiben existieren viele Legenden, die in der Magie des Mondes verwurzelt sind. Der Mond und seine Phasen beeinflussen auch heute noch den Weinbau der Sannio-Region. Der Kellerei La Guardiense gelingt es, eine alte Kultur in einem aktuellen Geschmack zu interpretieren. Und dabei gleichzeitig ihre magische Aura lebendig zu erhalten.