Mirto, so nennen die Sarden ihren Myrtenlikör. Dabei ist der Rosso auf Sardinien ein Kultprodukt. Und gehört zu jedem Essen oder zu geselligen Runden einfach dazu. In Geruch und Geschmack typisch und kräftig-würzig, mit Anklängen an Moschus und Weihrauch. Die angenehme Bitterkeit und die gaumenfreudige Textur enden in einem langen Finale. Und wie ein Myrtenstrauch versprüht auch diese sardische Spezialität mediterranes Flair.
Anbaugebiet: Sardinien
Dieser Likör wird aus reifen Beeren der Myrte gewonnen. Den Duft dieser mediterranen Pflanze verbreitet der Mistral über die ganze Insel. Silvio Carta verwendet für den Mirto Rosso ausschließlich die besten, gut gewachsenen Beeren. Die Verarbeitung erfolgt bis heute nach einem geheimen uralten Familienrezept.
Um die im Mittelmeerraum beheimatete Myrtepflanze ranken viele Legenden. Schon im Altertum wurde sie wegen ihres Duftes geschätzt und Herrschaftshäuser wurden mit Weihrauch und Myrte beduftet. Myrtenzweige verkörpern in vielen Kulturen Lebenskraft und Unsterblichkeit. Im antiken Griechenland soll schon Aphrodite der Myrte betörende Wirkung beigemessen haben. Selbst heute noch wird Myrte als Symbol von Reinheit und Fruchtbarkeit in Brautsträußen verwendet. Die Herstellung dieses Likörs geht auf eine Rezeptur von Elios Großmutter zurück. Sie gab im schrecklichen Winter 1939 zwischen Frost und Hunger eine Handvoll Beeren in einen Messbecher Vernaccia-Destillat. Dadurch wurden die Beeren haltbar gemacht und halfen noch später über den größten Hunger hinweg. Übrigens findet der duftende immergrüne Strauch auch heute als Heilpflanze Anwendung. Die frischen Blätter und Blüten bzw. die reifen Beeren ergeben nicht nur den charakteristischen Likör, sondern auch ein ätherisches Öl, das bei Atemwegserkrankungen eingesetzt wird.